Monday, December 6, 2010

Chiemgau Impact Hypothesis is Dead

Zusammen mit Martin Rundkvist und Robert Darga habe ich vor einiger Zeit eine Erwiderung auf den Antiquity Artikel von Rappenglück et al. verfasst. Diese wurde mit einer recht interessanten Begründung von den Herausgebern von Antiquity abgelehnt:
Es hatten sich nämlich zur etwa selben Zeit einige namhafte Geologen gefunden und ihrerseits eine Erwiderung eingereicht, die noch pointierter auf die regionale Geologie eingeht. Die Herausgeber entschieden sich dann eben für diese Variante. Auch gut! Vermutlich wird die Erwiderung leider nicht vor März erscheinen, die wissenschaftlichen Mühlen mahlen eben langsam...
In der Zwischenzeit hat aber Martin Rundkvist unsere Auffassung in seinem Blog unter dem Titel: 'Chiemgau Impact Hypothesis is Dead' veröffentlicht.

Thursday, November 11, 2010

Die Chiemsee-Furchensteine: wie aus Bioerosion eine Katastrophe wird

Fast hätte ich es vergessen: Hier das Poster das Stefan und ich auf der PalGes zum Thema Furchensteine vorgestellt haben.

Die Chiemsee-Furchensteine: wie aus Bioerosion eine Katastrophe wird

Ja, ich weiss... wir haben uns nochmal die Freiheit genommen den Titel etwas zu ändern.

Thursday, November 4, 2010

Würden Sie einen Impact überleben?

Dies kann man jetzt selbst hier überprüfen: http://www.purdue.edu/impactearth

Gefunden im AGU Blog..

Monday, October 18, 2010

Gareis: Der Eiszerfall im Umkreis des Chiemsees

Wie im letzten Post versprochen, hier das vollständige Kapitel aus Gareis (1978). Die entscheidenden Absätze zum Tütensee finden sich erst auf den letzten Seiten. Um aber sein Konzept der Einschotterung der Toteisblöcke zu verstehen, sollte man auch die ersten Seiten lesen.
Wer das aufmerksam liest, findet auch noch mehr 'Details', die das CIRT auf ihrer homepage wohl 'vergessen' hat mitabzudrucken, zB. zitieren sie Gareis wie folgt:
„Innerer Aufbau und Form der Terrasse, vor allem der Kantenverlauf sprechen gegen eine Entstehung durch glaziale … oder fluvioglaziale … Prozesse.“

Gareis schreibt aber:
„Innerer Aufbau und Form der Terrasse, vor allem der Kantenverlauf, sprechen gegen eine Entstehung der Tüttenseeumrahmung durch glaziale (Moränenwälle) oder fluvioglaziale (Erosionsreste einer größeren Terrasse) Prozesse.

Denn genau dazu wendete er seine sedimentologische Methodik an: Um zwischen Moränen- und Terassenmaterial zu unterscheiden.

Gareis: Der Eiszerfall im Umkreis des Chiemsees

Gareis, J. (1978): Die Toteisfluren des bayerischen Alpenvorlandes als Zeugnis für die Art des spätwürmzeitlichen Eisschwundes, Würzburger Geographische Arbeiten, Würzburg, 101 Seiten

Wednesday, October 13, 2010

Gareis richtig lesen

Zur Einweihung des Tüttenseekometenwanderwegs versuchten Mitglieder des CIRT die Aussagen der Arbeit von Gareis von 1978 zu entkräften, der damals bereits die Toteisgenese des Tüttensees nachgewiesen hatte. Kein Wunder, wo doch die Schautafeln jetzt schon stehen.
Sowohl auf der CIRT Seite als auch in Artikeln der örtlichen Presse tauchen jetzt Umdeutungen auf. Ziemlich frech ist der Vorwurf, ich würde Gareis falsch auslegen, ja, Gareis hätte die glaziale Genese sogar abgelehnt!

Auf der CIRT Seite finden sich neuerdings ein paar Textstellen aus der Gareis Arbeit, die dies belegen sollen. Gleich zu Anfang zitieren sie:

Es entstand in Form einer 8 die doppelte Tüttensee-Ringterrasse.“ usw.

Dieses ist schön aus dem Zusammenhang gerissen. Der Satz lautet nämlich vollständig:

Der Zerfall der absterbenden Gletscherzunge in zwei im Maximum 600m lange Klötze ermöglichte eine weitere, tieferliegende Entwässerungsbahn in den entstandenen Spalten. Es entstand in Form einer 8 die doppelte Tüttensee-Ringterrasse.

Eine ziemlich dreiste Auslassung! Und derlei nutzen die nun als Argument, ihren Kritikern vorzuwerfen, diese hätten selbst Dinge aus dem Zusammenhang gerissen!

Ich werde die nächsten Tage das Kapitel "Der Eiszerfall im Umkreis des Chiemsees" von Gareis scannen und ins Netz stellen. Dann kann sich jeder selbst ein Bild davon machen ob Gareis mit den abgestorbenen Gletscherzungen nun Toteis gemeint hat oder nicht.

Gareis, J. (1978): Die Toteisfluren des bayerischen Alpenvorlandes als Zeugnis für die Art des spätwürmzeitlichen Eisschwundes, Würzburger Geographische Arbeiten, Würzburg, 101 Seiten

Wednesday, September 29, 2010

Furchenstein Poster für die PalGes Tagung 2010

Dieses Jahr findet die Jahrestagung der Paläontologischen Gesellschaft in München statt. Mein lieber Freund Stefan Götz und ich fanden, dass dies ein schöner Anlass sei, einen kleinen Beitrag mit Lokalkolorit zum Thema Furchensteine im Chiemsee dort vorzustellen:

"R. Huber & S. Götz: Die Chiemsee Furchensteine: Wie aus Bioerosion eine Katastrophe wird"


Wir zeigen dort u.A. ein paar Dünnschliffe, die die endolithischen Prozesse in den Furchen gut dokumentieren und schöne mikroskopische Aufnahmen von Cyanobakterien, die die kalkige Kruste bilden. Natürlich gehen wir auch auf Ernstson's Interpretation der Furchen als Regmaglypten ein. Nach der Tagung werde ich versuchen das ein wenig für den Blog aufzubereiten, die Aufnahme weiter oben ist schon mal ein kleiner Vorgeschmack und dokumentiert die endolithischen Vorgänge ganz gut.

Friday, September 17, 2010

Mammutkiller unter Beschuss

Aufgrund von Funden ungewöhnlicher magnetischer Kügelchen wurde in jüngster Zeit ein Meteoriteneinschlag in der Nordhemisphäre an der Grenze zur Jüngeren Dryaszeit postuliert. Diese Zeitspanne am Ende der letzten Eiszeit wird durch einen erneuten starken Rückgang der Temperaturen gekennzeichnet, deren Ursache noch nicht völlig geklärt ist.

Der hypothetische Einschlag sollte dies nun erklären und wurde daher bald auch mit dem Aussterben der Mammuts und dem Untergang der nordamerikanischen Clovis Kultur in Zusammenhang gebracht.
Nachdem Firestone et al. 2007 diese Hypothese in PNAS in einen 'peer reviewed' Artikel vorgelegt haben ist eine ziemlich spannende Diskussion um diese Hypothese entbrannt. Scheibchenweise wurden in den letzten Jahren die Argumente der Impaktvertreter auf den Prüfstand gelegt und eines nach dem anderen widerlegt (siehe: Paquay et al., 2009).

Nachdem nun der Nachweis von hexagonalen Nanodiamanten - das letzte stichhaltige Argument der Einschlagsfraktion (Kennett et al., 2009)- in einer neuen Studie noch nicht einmal reproduziert werden konnte, verabschiedet sich auch das renommierteste Wissenschaftsjournal SCIENCE mit dem empfehlenswerten Artikel: 'Mammoth-Killer Flunks Out' (Kerr, 2010) von dieser Hypothese: No impact, thank you.

Literatur:

Firestone RB, et al. (2007): Evidence for an extraterrestrial impact 12,900 years ago that
contributed to the megafaunal extinctions and the Younger Dryas cooling. PNAS 104(41):16016–16021.

Kennett DG, et al. (2009): Nanodiamonds in the Younger Dryas boundary sediment layer. Science 323:94.

Paquay et al. (2009):Absence of geochemical evidence for an impact eventat the Bølling–Allerød/Younger Dryas transition. PNAS 104 (51): 21505-21510

Kerr, R. (2010):Mammoth-Killer Flunks Out, SCIENCE 329:1140-1141